Digitalisierung in der Landwirtschaft

Am 9. Mai 2019 fand an der Agrarpädagogischen Hochschule in Wien eine Tagung zum zukunftsträchtigen Thema "Digitalisierung" statt. Von der LFS Güssing nahmen Mag. Margit Pomper und DI Birgit Uidl an dieser Veranstaltung teil.

"Wir wollen Technologien nutzen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit in der Landwirtschaft und die Lebensqualität der bäuerlichen Familien zu verbessern", meinte der Tagungsleiter Dr. Leopold Kirner zu Beginn.

Sowohl die bereits eingesetzten als auch zukünftigen Technologien im Bereich Pflanzenbau - Precision Farming und Smart Farming - als auch in der Nutztierhaltung wurden von Experten vorgestellt. In den einzelnen Fachbereichen gibt es schon zahlreiche Einsatzmöglichkeiten wie Bodensensoren, Applikationskarten oder automatische Prozessdatenerfassung bis hin zu Pansensensoren, Brunsterkennung oder Fütterungs- und Einstreurobotern.

Was bereits alles in Betrieben umgesetzt wird, zeigten vier Landwirte, die zum Teil wahre Pionierarbeit leisten.

Am Nachmittag fanden fachspezifische Workshops statt. Am Nutztierhaltungs-Workshop nahm Mag. Pomper teil, mit digitalem Rechnungswesen beschäftigte sich DI Uidl. Die Durchmischung der Teilnehmer (Experten des BMNT und der Wirtschaft, Berater, Lehrer, MR-Mitarbeiter, Arbeitskreisleiter...) eröffnete unterschiedliche Sichtweisen auf die einzelnen Themen. Conclusio aus allen Workshops war, dass Aus- und Weiterbildung eine zentrale Rolle in der Digitalisierung einnehmen und Technologie den Menschen nicht ersetzen kann - Stichwort: Interpretation der Daten mit Hausverstand und Entscheidungsfindung.

Die Herausforderung liegt nun in der Vernetzung dieser einzelnen Bereiche miteinander im Smart Farming. Ebenso wichtige Punkte sind der Datenschutz sowie die Nutzungrechte und die Speicherung der Daten. Ein Knackpunkt liegt auch noch in der Nutzbarmachung der Datenfülle zur Entscheidungsfindung.

Um auch eigene Erfahrungen mit der Digitalisierung für die österreichische Landwirtschaft zu sammeln, plant eine vom BMNT ins Leben gerufene Plattform Demo-Betriebe, sogenannte "Innovation Farms".

All diese Zukunftsthemen sind für die angehenden Betriebsführer an der LFS Güssing besonders wichtig. Sowohl Chancen und Risiken der neuen Technologien als auch die Einsatzmöglichkeiten und die Wirtschaftlichkeit für kleinstrukturierte Betriebe werden künftig im Landtechnikunterricht sowie in den Gegenständen Nutztierhaltung und Unternehmensführung Schwerpunkte bilden.